Systematik
Familie: Wickler (Tortricidae)
Art: WeiSSdorn-Wickler
wissenschaftlicher Name Archips crataegana (Hübner, 1799)
rote Liste: k.A.
naturgucker-Index 0.8 (sehr selten)
Flugzeit:
Jan feb mär apr mai jun jul aug sep okt nov dez
Verbreitung
Man findet den Weißdorn-Wickler in vielen Regionen vom südskandinavischen Raum bis in wärmere Gebiete Süd- und Mitteleuropas. Außerdem Westasien bzw. Vorderasien, stellenweise bis in den Kaukasus-Raum. In Mitteleuropa gilt die Art als nicht selten, aber lokal gebunden.
Merkmale
Die Falter sind unscheinbar, aber bei genauer Betrachtung sehr elegant: Die Vorderflügel sind gelb- bis orangebraun gefärbt und tragen dunklere Flecken oder Bänder, die jedem Tier ein eigenes Muster verleihen. Mit einer Flügelspannweite von etwa 2 cm ist die Art weder groß noch auffällig, und genau darin liegt ihr Vorteil – sie verschmilzt mit dem trockenen Ton der Zweige, an denen sie tagsüber ruht.
Die Raupen sind schlank, grünlich und gut zwischen den Blättern verborgen. Man entdeckt sie meist erst dann, wenn man ein leicht zusammengerolltes Blatt öffnet – es ist ihr Aufenthalts- und Fraßplatz zugleich.
Lebensweise
Der Jahreszyklus vom Weißdorn-Wickler ist klar auf den Jahresrhythmus der Gehölze abgestimmt. Im Sommer legt das Weibchen seine Eier an Zweigen ab, wo sie den Winter überdauern – unscheinbar, aber gut geschützt. Wenn im Frühjahr die ersten Blätter austreiben, schlüpfen die jungen Raupen genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie rollen Blätter zusammen oder spinnen Triebspitzen ein und fressen im Verborgenen. Im Frühsommer, meist im Mai oder Juni, schlüpfen die erwachsenen Falter. Eine zweite Generation bildet sich nicht, sodass die Art im Jahreslauf nur einmal auftritt. Massenauftreten oder Schäden an Gehölzen sind selten und bleiben in der Regel kleinräumig.
Lebensraum
Archips crataegana lebt vor allem dort, wo der Übergang von offenen Flächen zu bewachsenen Arealen stattfindet: an Waldrändern, in Hecken, an Feldsäumen oder auf Streuobstwiesen. Sträucher spielen eine zentrale Rolle im Lebensraum dieser Art. Besonders Weißdorn- und Schlehengebüsche dienen nicht nur als Nahrungsquelle, sondern auch als Strukturgeber. Deshalb hat sich der Falter in Gebieten gehalten, in denen traditionelles Hecken- und Obstwiesenmanagement fortbesteht – ein typisches Beispiel für die Abhängigkeit vieler Insekten von vielfältigen Landschaftselementen.