Systematik
Familie: Raubwanzen (Reduviidae)
Art: Goedels Raubwanze
wissenschaftlicher Name Nagusta goedelii (Kolenati, 1857)
rote Liste: k.A.
Flugzeit:
Jan feb mÄr apr mai jun jul aug sep okt nov dez
Verbreitung
Ursprünglich ist Nagusta goedelii in Südosteuropa, Kleinasien, dem Nahen Osten und bis nach Iran verbreitet. Seit einigen Jahrzehnten erweitert sie ihr Areal nach Westen und Norden. In Deutschland wurde sie 2018 erstmals in Hessen nachgewiesen; inzwischen ist sie insbesondere im wärmebegünstigten Südwesten deutlich weiter verbreitet. Für Rheinland-Pfalz liegen Nachweise seit 2019, inzwischen wird die Art dort häufiger beobachtet. Die Ausbreitung dürfte durch das wärmere Klima begünstigt werden.
Merkmale
Goedels Raubwanze ist eine auffällige, ursprünglich südosteuropäische Raubwanze aus der Familie der Reduviidae. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 12,5 – 16 mm und besitzt einen schlanken, gelblich- bis zimtbraunen, fein hell behaarten Körper. Besonders charakteristisch sind der seitlich rautenförmig verbreiterte Hinterleib, die langen kräftigen Beine sowie der nahezu sechseckige Halsschild. Auffällig sind außerdem die beiden kräftigen, hornartigen Dornen unmittelbar hinter den Fühlerhöckern. Die Fühler sind gelblichbraun und heller geringelt; das erste Fühlerglied ist deutlich länger als das zweite.
Lebensweise
Die Art lebt räuberisch und erbeutet verschiedene kleinere Insekten und vermutlich auch Spinnentiere. Die Art bildet eine Generation im Jahr. Paarung und Eiablage erfolgen im Frühjahr; die Larven entwickeln sich über den Sommer und erreichen im August und September das Erwachsenenstadium. Die erwachsenen Tiere überwintern geschützt, vor allem unter loser Baumrinde. Im Herbst werden sie deshalb gelegentlich auch an Häusern oder in Wohnungen gefunden, wohin sie auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier gelangen können.
Lebensraum

Sie hält sich überwiegend auf Laubbäumen und Sträuchern auf, wobei Eichen (Quercus) offenbar besonders häufig besiedelt werden.