Systematik
Gattung: Eulabidogaster
wissenschaftlicher Name Eulabidogaster setifacies (Rondani, 1861)
rote Liste:
Flugzeit:
Jan feb mÄr apr mai jun jul aug sep okt nov dez
Eulabidogaster setifacies ♂
Lebensraum
Auch hinsichtlich des Lebensraumes ergibt sich aus den Fundorten ein recht charakteristisches Bild. Die Art scheint warme, offene bis halboffene Lebensräume zu bevorzugen. Nachweise stammen beispielsweise aus trockenen und warmen Regionen Spaniens, aus mediterranen Gebieten und aus wärmebegünstigten Teilen Mitteleuropas. Auf La Palma wurde sie in unterschiedlichen Bereichen des Nationalparks Caldera de Taburiente gefunden. In Spanien liegen Funde unter anderem aus trockenen Landschaften und Gebirgslagen vor. Die Art ist also keineswegs ausschließlich ein Bewohner mediterraner Tieflagen, sondern kann auch in höheren Lagen auftreten, sofern das lokale Klima entsprechend günstig ist.
Verbreitung

Die Art besitzt ein ausgesprochen großes, aber deutlich wärmebetontes Verbreitungsgebiet. Sie ist aus weiten Teilen Europas bekannt, darunter Deutschland, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Tschechien, Polen, Rumänien, Bulgarien, die Slowakei und die Ukraine. Nach Osten reicht das Areal über den Nahen und Mittleren Osten bis nach Zentralasien; Nachweise liegen unter anderem aus der Türkei, dem Iran, Usbekistan und Tadschikistan vor. Auch Nordafrika wird zum Verbreitungsgebiet gerechnet. Insgesamt wird Eulabidogaster setifacies als Bewohner der wärmeren Bereiche der Paläarktis bezeichnet. Interessanterweise wurde die Art auch auf den Kanarischen Inseln, auf La Palma, nachgewiesen.

Merkmale
Die Art gehört zu den Leucostomatini und fällt durch ihren für diese Gruppe typischen, relativ schlanken Körperbau auf. Charakteristisch sind unter anderem die borstigen Strukturen am Kopf und die für die Bestimmung wichtige Beborstung der Beine und des Thorax. Die Flügel sind durchsichtig und die Aderung entspricht dem für die Gattung typischen Muster. Der Gattungsname Eulabidogaster ist derzeit monotypisch – E. setifacies ist also die einzige bekannte Art der Gattung.
Lebensweise
Über die Lebensweise ist erstaunlich wenig bekannt. Das liegt vor allem daran, daß die Raupenfliegenlarven Parasitoide anderer Insekten sind und ihre Entwicklung deshalb meist verborgen im Wirt abläuft. Für Eulabidogaster setifacies war lange Zeit überhaupt nur ein einziger gesicherter Wirt bekannt: die Glasflügelwanze Corizus hyoscyami (Rhopalidae). Neuere Untersuchungen haben jedoch auch die Beerenwanze Dolycoris baccarum als Wirt nachgewiesen. Dabei wurde die Fliege aus Wanzen gezogen, die zuvor im Freiland gesammelt worden waren. In einer türkischen Untersuchung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Dolycoris baccarum ein neuer Wirtsnachweis für die Art ist und daß das Wirtsspektrum wahrscheinlich ziemlich eng ist.
 
Damit ist E. setifacies ein interessantes Beispiel für die Lebensweise der Phasiinae: Die erwachsene Fliege lebt frei und ernährt sich vermutlich – wie viele Raupenfliegen – von Blütennektar, während die Larve parasitisch in einer Wanze lebt. Die genaue Art und Weise der Eiablage beziehungsweise Infektion des Wirtes ist bei E. setifacies allerdings nicht ausreichend dokumentiert. Gerade bei den Phasiinae gibt es verschiedene Strategien, von der direkten Ablage am Wirt bis zur Nutzung spezieller Entwicklungsstadien; bei dieser Art sollte man deshalb keine Einzelheiten als gesichert darstellen, die nicht belegt sind.